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Aktuelle Meldung vom 15.09.2024
Ein ganz heißes Eisen im bayerischen Traditionsderby schmiedeten die Zweitliga-Tischtennisspieler des TTC Fortuna Passau und des TV Hilpoltstein beim 5:5-Unentschieden. Nach mehr als dreieinhalb Stunden Spielzeit glühten die Zinnen in der mittelfränkischen Burgstadt Hilpoltstein bereits mächtig in den rot-orangenen Vereinsfarben der Niederbayern, die nur einen einzigen Punkt von einem möglichen 6:3-Erfolg entfernt waren. Nach Vergabe von zwei Matchbällen im vorletzten Einzel des Tages avancierte ausgerechnet der schweizerische Neuzugang Elia Schmid zur tragischen Figur des Tages. In der Vorwoche sicherte der Eidgenosse im vorletzten Spiel des Tages noch das Unentschieden gegen den SV Velbert. Im Duell mit dem spanischen Matador Juan Perez hatte der Schweizer bei 2:0-Satzführung einen durchaus möglichen Sieg dicht vor Augen. Am Ende ging der Sieg an den kampfstarken Iberer - so nah liegen innerhalb kürzester Zeit Glück und Pech beieinander. Mit dem dennoch feinen Auswärtspunkt beim als sehr heimstark geltenden TV Hilpoltstein belegen die Fortunen nach zwei Unentschieden gegen ausnahmslos starke Gegner den guten Tabellenrang 5.
Wenig überraschend reagierte der Passauer Head-Coach Martin Jancovic auf die Doppel-Misere der Vorwoche und stellte die Formationen neu zusammen. Zu einem lockeren Auftakterfolg kam das japanisch-ukrainische Duo Matsuyama/Yefimov gegen die Hilpoltsteiner Paarung Perez/Danzer. Für einen ersten kleinen Nadelstich sorgten völlig überraschend Elia Schmid und Owen Cathcart gegen das hoch favorisierte Duo Alexander Flemming und Petr Fedotov. Die Passauer zwangen die Burgstädter mit einer Glanzleistung in den finalen Satz und zeigten abschließend beim 11:9-Erfolg große Nervenstärke. Nach schneller 2:0-Führung rochen die Niederbayern nun endgültig Lunte. Seine erste Saisonniederlage musste anschließend Teamkapitän Viktor Yefimov im Duell gegen den ehemaligen russischen U21-Meister Petr Fedotov (26) in fünf hartumkämpften Sätzen einstecken. Alles in die Waagschale werfen musste auch der Japaner Yuki Matsuyama in der Partie gegen die sächsische Tischtennislegende Alexander Flemming (37). Nach Abwehr eines Matchballes in Satz 4 siegte der Asiate mit dem knappsten aller denkbaren Ergebnisse und brachte damit sein Team zum Pausentee mit 3:1 in Front.
Nur wenig gelang Elia Schmid und Owen Cathcart in den anschließenden Einzeln des unteren Paarkreuzes. Zu deutlich war die Dominanz der TV-Akteure um Matthias Danzer sowie Juan Perez, die den beiden Passauer Neuzugängen nicht den Hauch einer Chance ließen. Einen eiskalten Konter setzten daraufhin Matsuyama und Yefimov in den Einzeln des Spitzenpaarkreuzes. Teamkapitän Yefimov erweis sich beim harterkämpften 3:1-Erfolg gegen Flemming als der nervenstärkere Akteur. Seine derzeit überragende Form stellte das neue Fortuna-Juwel Matsuyama auch in der Partie gegen den ebenfalls vollauf überzeugenden Russen Fedotov unter Beweis, der dem Japaner in einem Fünf-Satz-Krimi alles abverlangte. Der Asiate wahrte auch im zwölften Einzel seine weiße Weste und erweist sich damit immer mehr als das große Zugpferd der Dreiflüssestädter. Nur ein Satzgewinn war dem dennoch tapfer kämpfenden irischen Nationalspieler Cathcart gegen den gebürtigen Schwabacher Danzer vergönnt, so dass die Siegchance für die Niederbayern nun endgültig in den Händen des Schweizers Schmid lag. Der Eidgenosse stand bei 2:1-Satzführung und einem 10:8-Vorsprung in Satz 4 dicht vor dem Erfolg gegen den spanischen Nationalspieler Perez, einem der besten Spieler im unteren Paarkreuz des Bundesliga-Unterhauses. Mit vier Punktgewinnen in Folge rettete sich der Iberer gerade noch in den Entscheidungssatz und nutzte das für ihn günstige Momentum zum Wohlgefallen der frenetisch anfeuernden 235 Zuschauer gnadenlos aus. Die Schlacht war geschlagen und damit die schlußendlich gerechte Punkteteilung besiegelt.
Ein dennoch positives Fazit trotz der vergebenen Siegchance zog Sportwart Walter Reichert: „Vor der Partie hätten wir ein Unentschieden auswärts bei Angstgegner Hilpoltstein sofort unterschrieben. Zu oft sind wir in den letzten Jahren bei den Schwarz-Gelben unter die Räder gekommen. Nach der Partie muss man aufgrund der vielen Führungen fast von einem Punktverlust sprechen. Bei der Pokalniederlage gegen den 1. FC Köln fehlten nur zwei Punkte, dieses Mal scheiterten wir an einem einzigen, letzten Punkt. Der Zähler kann aber in der Endabrechnung noch Geld wert sein. Eine herausragende Leistung bot erneut unser Spitzenpaarkreuz. Viktor Yefimov bot seine bisher stärkste Leistung im Fortuna-Dress. Die Auftritte von Yuki Matsuyama wurden vom fairen Hilpoltsteiner Publikum mit mehrmaligen Raunen quittiert.“
Ohne Verschnaufpause geht es für die Fortunen am kommenden Wochenende mit einem Auswärts-Doppelspieltag in der 2. Bundesliga weiter. Am Samstag (14 Uhr) bitten Viktor Yefimov und Co. die Alte Dame von Hertha BSC Berlin zum Tanz. Tags darauf müssen die Passauer um 15 Uhr Farbe in der „Grünen Hölle“ des TTC Sachsenring Hohenstein-Ernstthal bekennen. In den beiden Partien kann bereits ein erster Grundstein für den Klassenerhalt in Zweitliga-Saison Nummer 24 gelegt werden.
TTC Fortuna Passau – TV Hilpoltstein 5:5
Schmid/Cathcart – Flemming/Fedotov 9:11, 11:6, 11:7, 4:11, 11:9
Matsuyama/Yefimov – Danzer/Perez 11:8, 11:8, 11:1
Matsuyama – Flemming 9:11, 11:6, 11:13, 12:10, 11:9
Yefimov – Fedotov 14:12, 10:12, 9:11, 11:6, 3:11
Schmid – Danzer 7:11, 9:11, 5:11
Cathcart – Perez 5:11, 4:11, 8:11
Matsuyama – Fedotov 5:11, 11:9, 10:12, 11:5, 11:6
Yefimov – Flemming 4:11, 11:9, 11:7, 11:6
Schmid – Perez 11:6, 11:8, 2:11, 10:12, 8:11
Cathcart – Danzer 6:11, 11:6, 9:11, 4:11
Manfred Hirschenauer