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Aktuelle Meldung vom 14.04.2024
Et hätt noch emmer joot jejange: Den rheinländischen Wahlspruch zu Eigen machte sich „Zweitliga-Dino“ TTC Fortuna Passau beim harterkämpften 6:4-Erfolg im alles entscheidenden letzten Saisonspiel gegen den ersatzgeschwächt angetretenen Rangdritten 1. FC Köln. Dank der Schützenhilfe des TTC Jülich, der zeitgleich einen 6:0-Kantersieg beim ärgsten Passauer Widersacher, TTC Hohenstein-Ernstthal, feierte, schafften Daniel Rinderer und Co. in einer an Spannung und Dramatik nicht mehr zu überbietenden Partie doch noch den Sprung auf Tabellenrang 8. Mit 15:21-Punkten in der Endabrechnung ersparten sich die Niederbayern damit die Mühlen der Relegation und gehen in die nunmehr rekordverdächtige 24. Zweitligasaison in Serie.
Einen kapitalen Fehlstart legten die Dreiflüssestädter in den beiden Eröffnungsdoppeln hin. Dicht vor einem möglichen Erfolg standen dabei Daniel Rinderer und Viktor Yefimov gegen das stärkste Doppel der 2. Bundesliga, Tobias Hippler und Lichen Wang. Lediglich zwei Punkte mehr im Entscheidungssatz gaben den Ausschlag zu Gunsten der Rheinländer. Schon wie die sicheren Sieger sahen Gustavo Gomez und Martin Buch Andersen gegen das Kölner Duo um Gianluca Walther und Noah Hersel nach schneller 2:0-Führung aus. Nach eklatantem Leistungseinbruch in den drei Folgesätzen ging auch diese Partie knapp an die Domstädter, die damit schnell auf 2:0 davonzogen und damit den Druck auf die Passauer noch einmal merklich erhöhten.
Seine ganze Routine in die Waagschale werfen musste der ukrainische Meister, Viktor Yefimov, gegen die chinesische Nummer 2 der Gäste, Lichen Wang. Nach schnellem 0:2-Satzrückstand drehte der Passauer Spitzenspieler eine bereits verloren geglaubte Partie nach Abwehr eines Matchballes im Entscheidungssatz noch zu seinen Gunsten und sorgte damit für die Initialzündung der Niederbayern. Das gleiche Kunststück gelang zeitgleich dem chilenischen Wirbelwind Gustavo Gomez gegen den zweitstärksten Spieler im gesamten Ligaverbund, Tobias Hippler. Im Duell der beiden Linkshänder glich der Südamerikaner unter dem tosenden Applaus der zahlreich erschienenen Zuschauer zum vielumjubelten 2:2 aus. Der Passauer Hexenkessel brodelte zum Pausentee.
Keinen Zweifel über den späteren Sieger ließ der frischgebackene dänische Einzelmeister Martin Buch Andersen gegen den Kölner Ersatzmann und aktuellen deutschen Schülermeister, Noah Hersel, im unteren Paarkreuz aufkommen. Seine liebe Müh und Not hatte anschließend Teamkapitän Daniel Rinderer im Duell gegen Geißbock-Urgestein Gianluca Walther. Der Kölner Routinier spielte auf wie in besten Tagen und zwang den jungen Bayerwaldler in den Entscheidungssatz. Rinderer behielt hier aber kühlen Kopf und holte mit einer Bravour-Leistung den vierten Punkt in Folge für die Gastgeber aus der Dreiflüssestadt.
Die widerspenstigen Geißböcke ließen sich aber nicht auf die Hörner nehmen und drehten ihrerseits noch einmal gewaltig auf. Sowohl der Ukrainer Yefimov als auch der Chilene Gomez hatten nach ansprechenden Auftritten jeweils in vier Sätzen das Nachsehen gegen ihre bärenstark auftrumpfenden Kontrahenten Tobias Hippler und Lichen Wang, welche für den 4:4-Gleichstand sorgten.
Just zu diesem Zeitpunkt war die 0:6-Niederlage des TTC Hohenstein-Ernstthal besiegelt, so dass nur noch ein Sieg aus den beiden Partien des unteren Fortunen-Paarkreuzes von Nöten war. Und beide Passauer Akteure spielten auf wie die Feuerwehr. Den Reigen eröffnete der dänische Nationalspieler Martin Buch Andersen, welcher gegen Gianluca Walther nichts anbrennen lies und damit nach dreieinhalb Stunden Spielzeit den direkten Klassenerhalt für das Passauer Team sicherte. Eine vorzügliche Leistung im finalen Einzel des Tages bot auch der zweifache bayerische Meister, Daniel Rinderer, gegen die große deutsche Nachwuchshoffnung Noah Hensel. In stoischer Manier sorgte der Passauer Teamkapitän gegen den Kölner Ersatzmann für den vielumjubelten 6:4-Erfolg.
„Die heutige Partie steht sinnbildlich für den gesamten Saisonverlauf mit vielen Höhen und Tiefen.“, bilanzierte TTC-Vorstand Thomas Saller. „Mit nur vier Zählern am Ende einer enttäuschenden Hinrunde stand unser neuformiertes Team bereits mit dem Rücken zur Wand. Sensationelle elf Punkte in der zweiten Halbserie zeigen das wahre Gesicht der Mannschaft, die sich wohl erst finden musste und heute in einem wahren Nerven-Krimi bewiesen hat, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Mit Teamkapitän Daniel Rinderer, Gustavo Gomez und Martin Buch Andersen verlassen uns drei einwandfreie Kameraden, die alles für das Fortuna-Dress gegeben haben und denen ich alles Gute für die weitere sportliche und private Zukunft wünsche. Mit einem weiteren Klassenerhalt in der zweithöchsten Tischtennisliga Deutschlands können wir Sportgeschichte für die Dreiflüssestadt Passau schreiben. Wir werden in der 24. Spielzeit alles in die Waagschale werfen, um dieses große Ziel zu erreichen.“
Ihre Zelte in der Dreiflüssestadt nach zwei erfolgreichen Jahren brechen Teamkapitän Daniel Rinderer und Gustavo Gomez ab. Der Bayerwaldler Rinderer schließt sich dem ambitionierten Drittligisten SV Windsbach an. In die französische Liga B wechselt der südamerikanische Ballkünstler Gomez. Zum Wiedersehen wird es mit dem dänischen Nationalspieler Buch Andersen kommen. Nach nur einer Saison kehrt der Skandinavier an seine alte Wirkungsstätte beim starken Aufsteiger TTC Lampertheim zurück. Die Verantwortlichen des TTC um den 1. Sportwart, Walter Reichert, haben bereits frühzeitig Nägel mit Köpfen gemacht und für entsprechenden Ersatz gesorgt. An der Spitzenposition schlägt zukünftig der Japaner Yuki Matsuyama (26 Jahre) auf. Das internationale Ensemble vervollständigen im unteren Paarkreuz der mehrfache Schweizer Einzelmeister, Elia Schmid (27 Jahre), sowie der irische Nationalspieler Owen Cathcart (22 Jahre).
TTC Fortuna Passau – 1. FC Köln 6:4
Yefimov/Rinderer – Hippler/Wang 9:11, 11:4, 9:11, 11:9, 9:11
Gomez/Buch Andersen – Walther/Hensel 11:3, 11:9, 5:11, 9:11, 9:11
Yefimov – Wang 10:12, 3:11, 11:8, 11:7, 12:10
Gomez – Hippler 11:7, 12:14, 8:11, 13:11, 11:8
Buch Andersen – Hensel 11:5, 11:4, 11:5
Rinderer – Walther 5:11, 11:8, 6:11, 11:5, 11:3
Yefimov – Hippler 7:11, 11:6, 6:11, 15:17
Gomez – Wang 11:7, 10:12, 9:11, 6:11
Buch Andersen – Walther 5:11, 11:6, 11:7, 11:7
Rinderer – Hensel 11:6, 11:3, 11:3
Manfred Hirschenauer