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Aktuelle Meldung vom 09.03.2025
Einen wahren Husarenritt legte Tischtennis-Zweitligist Fortuna Passau beim vielumjubelten 6:1-Erfolg gegen die „Alte Dame“ von Hertha BSC Berlin aufs Parkett hin und fügte seiner 74-jährigen Vereinshistorie damit ein weiteres Erfolgskapitel hinzu. Jubelschreie von allen Seiten, die Sektkorken knallten nicht schlecht um kurz nach halb fünf Uhr in der Passauer Mehrfachhalle. Nippon-Ass Yuki Matsuyama war es in einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi gegen den ehemaligen rumänischen U21-Europameister Cristian Pletea vorbehalten, den finalen sechsten Siegpunkt für seine Farben zu holen und das Märchen wahr werden zu lassen. Dem Rangvierten aus der Dreiflüssestadt (17:11) ist nun bereits vier Spieltage vor Saisonende der Klassenerhalt im nationalen Unterhaus auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Der Passauer „Zweitliga-Dino“ machte mit der Qualifikation für die 25. Zweitliga-Saison seinem Namen nicht nur alle Ehre, sondern schrieb damit auch lokale Sportgeschichte.
Erfolgreiche Gegenwehr leistete der Rangneunte aus der Bundeshauptstadt (7:25) noch im Eingangsdoppel durch das Berliner Duo Cristian Pletea/Marius Henninger. Nach schneller 2:0-Satzführung riss im Spiel des schweizerisch-irischen Duos Elia Schmid/Owen Cathcart urplötzlich der Faden und die Gäste holten in einer Partie auf des Messers Schneide den Punkt zur 1:0-Führung. Ebenfalls über die volle Distanz ging es in der parallel ausgetragenen Partie zwischen Yuki Matsuyama/Viktor Yefimov und dem Hertha-Duo Krisztian Nagy/Torben Wosik. Vor stimmgewaltiger Kulisse sorgten hier die beiden Fortunen für den wichtigen 1:1-Ausgleich und brachten ihr Team damit erst so richtig ins Rollen. Vor überraschend geringe Probleme wurde im Auftakteinzel Nippon-Ass Matsuyama gegen den Ex-Fortunen Nagy gestellt. Für die frühe Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber sorgte anschließend der blendend aufgelegte ukrainische Teamkapitän Yefimov in der Partie gegen Gäste-Spitzenspieler Pletea. Nach verlorenem Auftaktsatz hatte der erstliga-erprobte Rumäne dem druckvollen Spiel von Passaus Nummer 2 nur noch wenig entgegenzusetzen.
Ähnliche Spielverläufe entwickelten sich auch in den beiden Partien des unteren Paarkreuzes. Seinen Kontrahenten Henninger mit ausgeklügeltem Blockspiel und haargenauer Ballplatzierung in vier Sätzen schier zur Verzweiflung brachte dabei zum Auftakt der Eidgenosse Schmid. Wichtige Randnotiz und frohe Kunde für die Passauer Fans: Der Schweizer Publikumsliebling wird auch in der kommenden Spielzeit das Fortuna-Dress überstreifen.
Zu einer klaren Angelegenheit für den irischen Nationalspieler Cathcart entwickelte sich die Partie gegen den ehemaligen Vize-Europameister Torben Wosik. Zur Ehrenrettung des zweifachen Deutschen Einzelmeisters muss aber gesagt werden, dass dieser offensichtlich mit Muskelproblemen am lädierten Oberschenkel zu kämpfen hatte und daher nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, was der überzeugenden Leistung des jungen Iren aber keinen Abbruch tut.
Das Spiel des Tages bot sich den wieder einmal zahlreich erschienenen Zuschauern beim Aufeinandertreffen der beiden Spitzenspieler Matsuyama und Pletea. In einem hochklassigen Schlagabtausch mit vielen Ballwechseln zum Zunge schnalzen siegte hier der wieselflinke Asiate glücklich mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse.
Ein rundum positives Fazit zog der bestens gelaunte TTC-Vorsitzende Thomas Saller: „Das heutige Match ist ein Abbild der gesamten Saison. Es läuft einfach. Unser Team trat wie auch schon beim 6:1-Hinrundensieg sehr kompakt und spielfreudig auf, alle vier Akteure konnten jeweils mindestens einmal punkten.“ Des Weiteren fügte er stolz an: „Mit der frühzeitigen Qualifikation für die 25. Zweitliga-Saison haben wir lokale Sportgeschichte für die Stadt Passau und den Tischtennisbezirk Niederbayern geschrieben. Wie es unsere Namensgeberin und Schicksalsgöttin vielleicht wollte, fällt dieser großartige Erfolg auch mit dem 75-jährigen Vereinsjubiläum im kommenden Jahr zusammen. Es wird gebührend gefeiert, die Reise soll auf jeden Fall weitergehen.“
Am kommenden Wochenende biegt der Rangvierte aus der Dreiflüssestadt (17:11) endgültig in die Zielgerade des Bundesliga-Unterhauses ein. Beim Auswärts-Doppelspieltag am Samstag (14 Uhr) gegen den Rangsechsten 1. FC Saarbrücken 2 (14:12) sowie tags darauf (13 Uhr) bei Tabellenvordermann 1. FSV Mainz 05 (18:10) haben Matsuyama und Co. zwei harte Brocken vor sich.
TTC Fortuna Passau – Hertha BSC Berlin 6:1
Matsuyama/Yefimov – Wosik/Nagy 13:11, 7:11, 14:16, 11:4, 11:6
Schmid/Cathcart – Pletea/Henninger 11:5, 11:7, 8:11, 7:11, 11:13
Matsuyama – Nagy 11:8, 11:7, 11:6
Yefimov – Pletea 7:11, 12:10, 12:10, 11:2
Schmid – Henninger 11:6, 12:14, 11:4, 11:2
Cathcart – Wosik 11:9, 11:3, 7:11, 11:5
Matsuyama – Pletea 11:8, 6:11, 9:11, 11:9, 12:10
Manfred Hirschenauer