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Aktuelle Meldung vom 08.12.2019
Souverän mit 6:3 lösten die Tischtennisasse des TTC Fortuna Passau ihre letzte Vorrundenaufgabe gegen Schlusslicht TV Leiselheim und überwintern nun mit 12:6-Punkten auf dem hervorragenden vierten Tabellenrang. Nicht einmal die kühnsten Optimisten hätten nach der abgelaufenen Zittersaison mit einer solch guten Platzierung gerechnet. Die Heimpartie am Samstag war ein Spiegelbild der gesamten Hinrunde, in der alle vier Akteure vollauf zu überzeugen wussten und sich kein einziger Spieler eine längere Durststrecke erlaubte. Die Fortunen liegen mit nur einem Punkt Rückstand in Lauerstellung auf Tabellenführer Mainz und wollen in der Rückrunde noch einmal mächtig Gas geben, um im Rennen um die Meisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden.
Einen klassischen Fehlstart legten die Passauer in den Eröffnungsdoppeln hin. Die beiden Coaches Davor Vejnovic und Stefan Weikert reagierten auf die dürftigen Vorstellungen in den letzten Partien und stellten das etatmäßige Einserdoppel Grebnev/Kolarek an Position zwei. Dieser Aufstellungspoker ging aus Sicht der Fortunen leider in die Hosen. Die Rheinland-Pfälzer hatten den gleichen Gedanken, so dass der Ausgangszustand wiederhergestellt war und jeweils die besten Duos aufeinander trafen. Absolut desolat verliefen die beiden Auftritte von Grebnev/Kolarek und Juzbasic/Folwarski gegen Abdel-Aziz/Mc Beath und Stankevicius/Anca, was die Alarmglocken im Fortuna-Lager schnell hochschrillen lies. In Rekordzeit fertigten die Leiselheimer die Passauer ab - insgesamt gelang den Fortunen in beiden Matches nur ein magerer Satzgewinn.
Gut erholt von seinen beiden Einzelniederlagen in Bad Hamm zeigte sich Fortuna-Spitzenmann Grebnev und blies zur Aufholjagd. Gewohnt kampfeslustig präsentierte er sich gegen den Engländer David Mc Beath und siegte nach bärenstarker Leistung in drei klaren Sätzen. Ein erstes Ausrufezeichen setzte zeitgleich Mannschaftskapitän Tomislav Kolarek gegen den ägyptischen Nationalspieler Youssef Abdel-Aziz. Der Leiselheimer, immerhin Bronzemedaillengewinner bei den Jugend-Einzelweltmeisterschaften von 2017, war der erwartet schwere Brocken für den Kroaten. Um so höher ist die Leistung der Passauer Nummer zwei zu bewerten, der in seiner nunmehr dritten Saison mit einer 8:8-Vorrundenbilanz zu den großen Überraschungen des Fortuna-Teams gehört.
Nun war beim Zwischenstand von 2:2 das hintere Paarkreuz mit Ivan Juzbasic und Jakub Folwarski gefordert. Der Kroate Juzbasic legte einen souveränen Auftritt gegen den jungen Rumänen Vladimir Anca hin und ließ keinen Zweifel über den späteren Sieger aufkommen. Eine Partie auf des Messers Schneide lieferten sich der polnische Defensivkünstler Folwarski und der litauische Hüne Medardas Stankevicius. Der Fortune lag in der Schlüsselpartie des Tages im Entscheidungssatz bereits hoch zurück und sah schon wie der sichere Verlierer aus. Mit großer Moral und unbändigem Kampfgeist konnte er das Blatt aber noch einmal wenden und unter dem tosenden Applaus der knapp 150 Zuschauer mit 11:9 im finalen Satz den eminent wichtigen vierten Punkt der Dreiflüssestädter erspielen.
Der 17-jährige Rohdiamant Maksim Grebnev setzte sofort nach und nutzte das für die Fortunen günstige Momentum im Spitzeneinzel gegen den Ägypter Abdel-Aziz gnadenlos aus. Ohne Satzverlust beendete er das einseitig verlaufende Match der beiden Einser und rechtfertigte zum Abschluss der Hinrunde erneut die doch riskante Verpflichtung eines solch jungen Spielers für die Spitzenposition eines langjährigen Zweitligisten. In der gesamten Liga war er nach seinen beiden Siegen gegen Leiselheim mit einer 12:6-Bilanz der viertstärkste Akteur und erwies sich somit als absoluter Glücksgriff. Auf verlorenem Posten stand hingegen Tomislav Kolarek gegen den zum erweiterten Kreis der englischen Nationalmannschaft gehörenden David Mc Beath. In einer rückhanddominierten Begegnung setzte sich die individuelle Klasse des Briten verdient durch. Den Sack zum harterkämpften 6:3-Erfolg machte abschließend der Kroate Ivan Juzbasic gegen den litauischen Nationalspieler Stankevicius zu, den er nach großem Kampf und mit viel Spirit äußerst knapp und glücklich niederrang.
Das Spiel am Samstag war ein Spiegelbild der gesamten Hinrunde, in der alle vier Akteure vollauf zu überzeugen wussten und jeder Spieler konstant gute Leistungen zeigte. Ähnlich äußerte sich auch Mannschaftsführer Tomislav Kolarek: "Leiselheim war der erwartet unangenehme Gegner, den wir nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Nach dem schnellen 0:2-Rückstand behielten wir kühlen Kopf und haben weiter an unsere Stärken geglaubt. Wie schon in der gesamten Vorrunde haben wir uns auch heute als eingefleischtes Team präsentiert. Jeder Spieler hat gepunktet und somit seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Hervorzuheben ist nicht nur in der heutigen Partie die Vorrundenleistung von Maksim Grebnev. Wenn er auf dem Boden bleibt und weiterhin so hart an sich arbeitet, dann wird er eine große Tischtenniskarriere vor sich haben und den Fortunen noch viel Freude bereiten."
Ergebnisse:
Juzbasic/Folwarski - Stankevicius/Anca 8:11, 8:11, 12:10, 11:13; Grebnev/Kolarek - Abdel-Aziz/Mc Beath 7.11, 9:11, 7:11; Grebnev - Mc Beath 11:5, 11:8, 11:7; Kolarek - Abdel-Aziz 11:9, 10:12, 11:2, 12:10; Juzbasic - Anca 11:7, 7:11, 11:9, 11:9; Folwarski - Stankevicius 15:13, 2:11, 11:4, 5:11, 11:9; Grebnev - Abdel-Aziz 11:5, 11:7, 12:10; Kolarek - Mc Beath 6:11, 8:11, 13:11, 6:11; Juzbasic - Stankevicius 11:6, 5:11, 10:12; 11:7, 12:10
Manfred Hirschenauer