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Aktuelle Meldung vom 05.09.2020
Einen gelungenen Saisonauftakt feierte die Zweitligamannschaft des TTC Fortuna Passau bei der selbst ausgetragenen Pokalvorrunde und qualifizierte sich somit für das Achtelfinale der Deutschen Pokalmeisterschaften. Der Auftakt des Turnieres verlief nach der 2:3-Niederlage im ersten Spiel gegen Saarbrücken 2 noch wenig verheißungsvoll. Das neuformierte Kolarek-Team steigerte sich dann aber gewaltig und hielt sich sowohl gegen Vizemeister Mainz 05 (3:1) als auch gegen den sächsischen Drittligisten TTC Hohenstein-Ernstthal (3:0) schadlos. Am Ende gab das Spielverhältnis den Ausschlag für das vielumjubelte Weiterkommen. Um drei Punkte besser schnitten die TTCler besser ab als die Saarländer und treffen somit am ersten Oktoberwochenende daheim auf den Bundesligisten Post-SV Mühlhausen mit dem amtierenden Doppel-Vizeweltmeister Ovidiu Ionescu. Die Thüringer erreichten in den letzten beiden Jahren das Champions-League-Viertelfinale und sind in dieser Partie der klare Favorit. Mann des Tages war sicherlich der ungarische Neuzugang Csaba Andras. Der amtierende ungarische Einzelmeister blieb in allen Einzeln ungeschlagen und deutete dabei mehrmals sein großes spielerische Potential an. Um in der nochmals stärker gewordenen 2. Bundesliga gut bestehen zu können, wird der 17-jährige Rohdiamant in dieser Form sicherlich ein Eckpfeiler sein.
Gegen die Saarbrücker reichte es leider nur zu einem Einzelgewinn. Ein verkorkstes Debüt legte gleich mal der Engländer Tom Jarvis gegen den tschechischen Abwehrmann Stanislav Kucera hin. Nicht viel besser erging es Jakub Folwarski gegen den Tschechen Jiri Martinko. Nervenstärke bewies hingegen Jarvis gegen den serbischen Heißsporn Dimitrij Levajac, den sowohl er als auch Andras Csaba fest im Griff hatten. Die Entscheidung musst also im Schlußdoppel fallen. Dem neuformierten Duo Kolarek/Jarvis gelang hier nach enttäuschendem Auftritt fast gar nichts gegen das saarländische Duo Martinko/Hribar. Eine Niederlage in der ersten der drei Begegnungen bedeutet oftmals das spätere Aus. Die Passauer mussten also eine Schippe drauflegen, um nicht vorzeitig die Segel streichen zu müssen. Mit dem Mute der Verzweiflung stemmte sich das Kolarek-Team in der zweiten Partie gegen die Mainzer gegen das drohende Aus. Die Pfälzer hatten in der ersten Partie nach schnellem 2:0-Rückstand gegen den furios aufspielenden Drittligisten Hohenstein-Ernstthal die Partie noch gedreht und gingen mit viel Oberwasser in das Match gegen die Dreiflüssestädter. Wenig zu bestellen hatte im ersten Match der Engländer Tom Jarvis gegen den schwedischen Nationalspieler Simon Berglund. Ein Feuerwerk brannte anschließend Andras Csaba gegen Cedric Meissner, erweitertes Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft, ab und brachte somit die Fortunen wieder zurück ins Spiel. Mannschaftskapitän Kolarek setzte sofort nach und ließ gegen Adrian Wiecek nichts anbrennen. Das Spiel des Tages lieferten sich dann Berglund und Csaba. In einem Nervenkrimi siegte der ungarische Edeltechniker mit 16:14 im Entscheidungssatz – der letzte Punkt ein Aufschlagfehler des schwedischen Stoikers, dessen Schlägerholz dann den Weg weit über die Banden fand. Die Passauer waren wieder im Spiel und profitierten zusätzlich von der völlig überraschenden 3:1-Niederlage der Saarbrücker gegen die Sachsen aus Hohenstein-Ernstthal.
Gewarnt von der sehr starken Tagesform des sächsischen Underdogs ging das Kolarek-Team äußerst konzentriert zu Werke. Die Hohensteiner gingen mit ihrer Aufstellung volles Risiko und stellten ihren Spitzenspieler, Miroslav Horesji, an Position Eins auf. Der Tscheche war bis zu diesem Zeitpunkt noch ungeschlagen und Jarvis hatte mit dem 46-jährigen Ausnahmekönner mehr Mühe als ihm lieb war. In einer rassigen Partie siegte er glücklich mit 11:9 im Entscheidungssatz und brachte die Passauer somit auf die Siegerstraße. Der taktische Schachzug der Sachsen ging also nicht auf. Extrem schwer tat sich im zweiten Einzel Andras Csaba mit dem befreit aufspielenden Johann Koschmieder. Der Sachse ging als klarer Außenseiter in die Partie und stand beim 9:9 im Entscheidungssatz kurz vor der Sensation. Der Ungar besann sich aber auf seine Stärken und holte den zweiten Zähler für die Fortunen. Nur ein Sieg fehlte also noch zum Weiterkommen in die Pokalhauptrunde, unabhängig vom Resultat der Parallelbegegnung zwischen Mainz und Saarbrücken, da die Passauer über das beste Spielverhältnis verfügten. Mannschaftskapitän Kolarek war es vorbehalten, den Matchball in einer überraschend engen Partie gegen den Tschechen Michal Benes zu verwandeln. Schlußendlich gewannen die Passauer das Klassement vor Saarbrücken 2, Hohenstein-Ernstthal und Mainz.
Voll des Lobes war der neue 1. Vorsitzende Thomas Saller: „Einen besseren Start hätten wir nach der langen Corona-Pause nicht hinlegen können. Jetzt wollen wir mal schauen, ob vielleicht auch etwas gegen Mühlhausen geht. Vorher liegt das Hauptaugenmerk aber auf die schwere Auswärtspartie am nächsten Samstag beim gefährlichen Aufsteiger Hertha BSC Berlin. Hervorheben muss man heute die Leistung des jungen Ungarn Andras Csaba, der in dieser Form sicherlich zu den großen Attraktionen in der 2. Bundesliga gehören wird.“
Einzelergebnisse:
TTC Fortuna Passau – 1. FC Saarbrücken 2:
Jarvis – Kucera 9:11, 8:11, 11:9, 12:10, 8:11; Andras – Levajac 12:10, 11:6, 11:6; Folwarski – Martinko 5:11, 11:9, 16:14, 3:11, 9:11; Jarvis – Levajac 11:8, 11:5, 12:10; Andras/Kolarek – Martinko/Hribar 7:11, 7:11, 12:10, 5:11
TTC Fortuna Passau – FSV Mainz 05:
Jarvis – Berglund 8:11, 4:11, 11:8, 8:11; Andras – Meissner 14:12, 11:5, 11:6; Kolarek – Wiecek 11:4, 12:10, 11:7; Andras – Berglund 11:13, 11:9, 11:8, 6:11, 16:14
TTC Fortuna Passau – TTC SR Hohenstein-Ernstthal:
Jarvis – Horesji 10:12, 11:7, 11:3, 9:11, 11:9; Andras – Koschmieder 9:11, 11:3, 11:8, 8:11, 11:5; Kolarek – Benes 11:8, 5:11, 11:5, 8:11, 11:9
Manfred Hirschenauer