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Aktuelle Meldung vom 16.02.2020
Endgültig aus dem Titelrennen in der 2. Bundesliga verabschiedeten sich die Fortunen nach der deutlichen 6:1-Niederlage beim neuen Tabellenführer TTC OE Bad Homburg. In einer hochklassigen Begegnung im hessischen Hexenkessel vor über 300 frenetisch anfeuernden Zuschauern wurden die Passauer regelrecht überrollt und blieben ohne echte Chance. Einziger Trost an dem gebrauchten Nachmittag war nur noch das Halten von Tabellenrang Drei.
Die spätere Niederlage deutete sich schon nach den Eröffnungsdoppeln an, die in der Rückrunde bisher eine Domäne der Fortunen waren. Die indisch-russische Kombination Desai/Katsman ließ gegen Juzbasic/Folwarski überhaupt nichts anbrennen. Das Passauer Spitzendoppel Grebnev/Kolarek konnte dem Homburger Duo Sipos/Hohmeier zumindest in den ersten beiden Sätzen noch etwas Paroli bieten, so dass die Rheinhessen schnell mit 2:0 vorentscheidend in Führung gingen.
Ein gewaltiges Kaliber hatte Mannschafskapitän Kolarek mit dem Inder Harmeet Desai vor der Brust. Der Weltranglisten-Neunzigste kannte keine Gnade gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Kroaten und gestattete ihm keinen Satzgewinn. Ein Feuerwerk schoss zeitgleich der junge Russe Maksim Grebnev gegen den Rumänen Rares Sipos ab, immerhin Weltranglistenfünfter bei den U 21-Junioren und letztes Wochenende noch U 21-Sieger bei den Spanish Open in Granada. Dem Passauer Spitzenspieler gelang damit eindrucksvoll die Revanche für die bittere Vorrundenniederlage, schlußendlich sollte es aber nur der Ehrenpunkt für die tapfer kämpfenden Dreiflüssestädter bleiben.
Völlig auf verlorenem Posten stand nach 15-minütiger Spielpause der sonst so zuverlässige Kroate Ivan Juzbasic gegen den 23-jährigen Nils Hohmeier, Mitglied des deutschen Perspektivkaders und eine der großen Nachwuchshoffnungen des Deutschen Tischtennisbundes. Einen Kampf auf Biegen und Brechen lieferten sich der großartig aufgelegte polnische Defensivkünstler Jakub Folwarski und der 18-jährige russische Juniorennationalspieler, Lev Katsman, bis vor kurzem noch Weltranglistenzweiter bei den U 18-Junioren. Der junge Russe, in dieser Spielzeit nur mit zwei Niederlagen versehen, musste schon alle Register seines großen Könnens ziehen, um in einer wahren Nervenschlacht als 11:8-Sieger aus dem Entscheidungssatz hervorzugehen. Dem Inder Desai war es im Spitzeneinzel des Tages gegen Maksim Grebnev vorbehalten, den Sack für die Bad Homburger endgültig zuzumachen. Unter dem tosenden Applaus des Bad Homburger Publikums gewann der Spitzenspieler der Homburger in einer sehenswerten Partie knapp im fünften Satz und besiegelte somit die klare Niederlage für die Fortunen.
Gefasst nach dem Spiel zeigte sich der 1. Sportwart, Walter Reichert: „Die Bad Homburger spielten wie aus einem Guss, so dass der Sieg der Hessen absolut in Ordnung geht, vielleicht um ein oder zwei Punkte zu hoch ausgefallen ist. Wir sind nach zwei Niederlagen in Folge auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden und aus dem Dreikampf um den Titel ist nun ein Zweikampf zwischen Bad Homburg und Mainz geworden. Unsere neue Zielsetzung ist jetzt Platz Drei. Dem Team will ich keinen Vorwurf machen. Es hat gekämpft und alles gegeben. Der Gegner war heute mit dem tollen Publikum im Rücken eine Nummer zu groß für uns.“
Am kommenden Wochenende wollen sich Kolarek & Co. gegen den Tabellenachten Saarbrücken II rehabilitieren. Doch Vorsicht ist geboten gegen die Wundertüte der Liga. In kompletter Aufstellung sind die Saarländer ähnlich stark einzuschätzen wie Bad Homburg und sicherlich kein Abstiegskandidat.
Ergebnisse:
Sipos/Hohmeier – Grebnev/Kolarek 8:11, 12:10, 11:9, 11:6; Desai/Katsman – Juzbasic/Folwarski 12:10, 11:7, 11:7; Desai – Kolarek 11:9, 11:6, 11:7; Sipos – Grebnev 9:11, 6:11, 11:13; Katsman – Folwarski 9:11, 11:4, 7:11, 11:5, 11:8; Hohmeier – Juzbasic 11:9, 11:6, 11:9; Desai – Grebnev 9:11, 11:7, 8:11, 11:6, 11:4
Manfred Hirschenauer