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Aktuelle Meldung vom 09.02.2020
Einen herben Rückschlag im Meisterschaftskampf in der 2. Bundesliga mussten die Fortunen bei der 6:3-Niederlage gegen ein sehr gut aufgelegtes Team des TuS Celle einstecken. Die Niedersachsen, als Tabellenachter in die Dreiflüssestadt angereist, legten einen couragierten Auftritt hin und nahmen verdientermaßen beide Zähler mit nach Hause. Die erfolgsverwöhnten Fortunen ließen dieses Mal einfach zu viele Chancen liegen.
Bereits in den Eröffnungsdoppeln kündigte sich das Unheil an. Die beiden Passauer Maksim Grebnev und Tomislav Kolarek standen gegen das stärkste Duo der Liga, Martinko/Putuntica, auf verlorenem Posten. Den Ritt auf der Rasierklinge hatten Ivan Juzbasic und Jakub Folwarski gegen Tobias Hippler und Arne Hölter zu bestehen. In einem Fünfsatz-Thriller setzten sie sich nach glänzender Leistung denkbar knapp durch und glichen zum 1:1 aus. Bereits nach den Doppeln war den 150 Zuschauern schnell klar, wohin die Reise an diesem Samstagnachmittag ging.
Kurzen Prozeß machte anschließend der amtierende moldawische Meister, Andrei Putuntica, mit dem Passauer Mannschaftsführer, Tomislav Kolarek. Eine weitere Galavorstellung bot zeitgleich der junge Russe Maksim Grebnev gegen Tobias Hippler, immerhin Mitglied des deutschen Perspektivkaders und die Nummer 11 der U 21-Weltrangliste. Soweit noch alles in der Spur beim Zwischenstand von 2:2. Im hinteren Paarkreuz rechnete man sich nämlich im Fortuna-Lager ein leichtes Übergewicht aus. Doch die Niedersachsen zeigten hier klare Kante.
Der Kroate Ivan Juzbasic bewies zwar noch große Nervenstärke und kam zu einem glücklichen Erfolg gegen den ehemaligen Hochschulmeister Arne Hölter. Zur tragischen Figur avancierte – trotz hervorragender Leistung – der polnische Defensivkünstler Jakub Folwarski gegen die große tschechische Nachwuchshoffnung Jiri Martinko. Komfortabel mit 6:2 im Entscheidungssatz lag der Passauer bereits in Front und hatte das Spiel souverän im Griff. Mit stoischer Ruhe schlug der junge Tscheche aber eiskalt zurück, kämpfte sich in die Partie zurück und glich nicht unverdient für die Niedersachsen aus. Totenstille in der Passauer Mehrfachturnhalle, denn allen Beteiligten war klar, was die Stunde nun geschlagen hatte. In dieser Partie wäre, im Nachhinein betrachtet, noch die einzige Möglichkeit für die Fortunen bestanden, der Begegnung eine positive Wende zu geben.
Die drei nachfolgenden Begegnungen wurden zu einer überraschend klaren Angelegenheit für die Gäste, die jetzt Lunte rochen und immer mehr Oberwasser bekamen. Einzig Jungspund Maksim Grebnev landete noch einen Satzgewinn gegen den grandios aufspielenden Linkshänder Andrei Putuntica. Völlig von der Rolle präsentierte sich das Kroaten-Duo Tomislav Kolarek und Ivan Juzbasic. Der überforderte Passauer Mannschaftsführer blieb auch in seinem zweiten Einzel gegen den bärenstarken Tobias Hippler ohne Satzgewinn. Dem unverständlicherweise völlig verunsicherten Juzbasic erging es gegen Martinko nicht viel anders, so dass nach dreistündiger Spielzeit die bittere Niederlage besiegelt war.
Entsprechend enttäuscht zeigte sich Mannschaftskapitän Kolarek: „An der Niederlage gibt es nichts zu rütteln. Wir wussten um die Gefährlichkeit des TuS Celle. Die Gäste waren uns heute in den entscheidenden Situationen einfach überlegen und haben dort ihr bestes Tischtennis abgeliefert. Es gilt nun, die richtigen Lehren aus diesem Spiel zu ziehen und hart an den heute offen zu Tage getretenen Defiziten zu arbeiten.“
Am kommenden Samstag kommt es zum großen Showdown bei Tabellenführer TTC Obererlenbach Bad Homburg. Bei einer weiteren Niederlage ist der Meisterschaftszug endgültig abgefahren. Mit einem Sieg in Rheinhessen wäre der Status quo ante wiederhergestellt und die Fortunen wieder voll im Rennen.
Ergebnisse:
Juzbasic/Folwarski - Hippler/Hölter 11:4, 9:11, 11:6, 6:11, 11:9; Grebnev/Kolarek – Martinko/Putuntica 8:11, 11:6, 4:11, 10:12; Grebnev - Hippler 11:5, 11:8, 9:11, 11:9; Kolarek – Putuntica 9:11, 6:11, 9:11; Juzbasic - Hölter 4:11, 11:3, 6:11, 11:6, 11:9; Folwarski - Martinko 9:11, 11:7, 10:12, 15:13, 9:11; Grebnev – Putuntica 8:11, 11:9, 9:11, 10:12; Kolarek – Hippler 7:11, 3:11, 9:11; Juzbasic – Martinko 3:11, 9:11, 2:11
Manfred Hirschenauer