So steht‘s gerade in der 2. Bundesliga
» Liveticker von tt-news.de
| 11.09.2026 | Festakt zum 75-jährigen Vereinsjubiläum im Foyer der Sparkasse Passau |
| 15.09.2026 | Offizieller Trainingsbeginn |
| 04.10.2026 | 1. Herren gegen TV Hilpoltstein |
| 11.10.2026 | 1. Herren gegen TTC SR Hohenstein-Ernstthal |
| 17.10.2026 | 1. Herren beim 1. FC Saarbrücken II |
Sie möchten den TTC Fortuna Passau als aktives oder passives Mitglied unterstützen?
» Hier geht‘s zum Aufnahmeantrag
Sie möchten dem Förderkreis beitreten?
» Hier geht‘s zur Beitrittserklärung
Aktuelle Meldung vom 06.01.2020
Nichts für schwache Nerven war das Verfolgerduell zum Rückrundenauftakt der 2. Bundesliga zwischen Fortuna Passau und dem gastgebenden TV Hilpoltstein. In einer hochklassigen Partie entführten die Fortunen nach über vier Stunden Spieldauer verdient mit 6:4 beide Zähler aus der mittelfränkischen Burgstadt und schoben sich somit auf Tabellenrang zwei vor. Vor der Rekordkulisse von 520 Zuschauern knüpften die Passauer im Traditionsderby nahtlos an die grandiosen Leistungen der Hinrunde an und sind nun erster Verfolger vom neuen Tabellenführer aus Mainz.
Wie auch schon in der Vorrunde wurde der Grundstein für den späteren Erfolg in den Doppeln gelegt. Coach Stefan Weikert entschied sich in Absprache mit Mannschaftsführer Tomislav Kolarek für die defensivere Variante und stellte das vermeintlich stärkere Duo Grebnev/Kolarek an Position zwei auf. Dieser Schachzug sollte sich voll auszahlen, denn die Mittelfranken wurden wie auch schon in der Hinrunde eiskalt erwischt. Beide Akteure zeigten gegen die Paarung Reitspies/Dickhardt ihr bestes Tischtennis und brachten die Fortunen äußerst knapp im Entscheidungssatz in Führung. Dem in nichts nach stand das Duo Juzbasic/Folwarski, welche mit Alexander Flemming und Francisco Sanchi zwei dicke Bretter zu bohren hatten. Die Fortunen gaben sich aber keine Blöße und siegten nach bärenstarker Leistung deutlich in vier Sätzen. Ein Auftakt nach Maß und bereits die halbe Miete könnte man meinen. Aber weit gefehlt im Hilpoltsteiner Hexenkessel, in dem auch die Fortunenschar zahlreich vertreten war und sich in brenzligen Situationen lautstark bemerkbar machte.
Zunächst lief weiterhin alles nach Plan, als Mannschaftsführer Tomislav Kolarek in einer Nervenschlacht nach Abwehr eines Matchballes im vierten Satz seinen tschechischen Kontrahenten David Reitspies glücklich niederrang. Der junge Russe Maksim Grebnev hielt anschließend zwar lange Zeit gut mit gegen den an diesem Tag nur so vor Spiellaune strotzenden Alexander Flemming. Der gebürtige Sachse dominierte aber vor allem in den Rückhandrallyes und ging schlußendlich als verdienter Sieger von der Platte.
Attraktiv und vor allem äußerst erfolgreich agierte an diesem Nachmittag Defensivkünstler Jakub Folwarski. Geschmeidig tauchte er Ball um Ball gegen den zweifachen argentinischen Südamerikameister Francisco Sanchi heraus und brachte den spielstärksten Vorrundenakteur des hinteren Paarkreuzes schier zur Verzweiflung. Auch auf dem Nachbartisch sah es lange Zeit sehr gut für die Fortunen aus. Der Kroate Ivan Juzbasic lag gegen Routinier Dennis Dickhardt schnell mit 2:0 in Front, konnte aber den dritten Satz nach hoher Führung nicht zumachen. Der Hilpoltsteiner übernahm daraufhin mehr und mehr das Ruder und verkürzte auf 2:4 für die Gastgeber.
Gut erholt zeigte sich daraufhin Maksim Grebnev im Spitzeneinzel gegen David Reitspies, immerhin baldiger WM-Teilnehmer für sein Heimatland Tschechien. In einer sehenswerten Partie steigerte er sich im Vergleich zu seinem ersten Einzel gewaltig und erspielte den wichtigen fünften Punkt, was das sichere Unentschieden für die Dreiflüssestädter bedeutete. Nichts zu holen war an diesem Tag gegen Alexander Flemming. Der Kroate Tomislav Kolarek zog zwar alle Register seines Könnens und kämpfte wie ein Löwe. Gegen den abgebrühten Sachsen war an diesem Tag aber einfach kein Kraut gewachsen.
Nun lag es am hinteren Paarkreuz, den noch fehlenden Siegpunkt zu ergattern. Auch im zweiten Einzel spielten dem sonst so erfahrenen Ivan Juzbasic die Nerven einen Streich gegen den furios aufspielenden Argentinier Francisco Sanchi. So lag es in den Händen des ausgebufften Abwehrstrategen „Kuba“ Folwarski, der aber mit dem langjährigen Zweitligaspieler Dennis Dickhardt im letzten Einzel des Tages ein gewaltiges Kaliber vor der Brust hatte. Der junge Pole wuchs schier über sich hinaus und ließ sich auch von strittigen Schiedsrichterentscheidungen nicht aus dem Konzept bringen. Die Emotionen kochten vor allem beim frenetisch anfeuernden Hilpoltsteiner Anhang hoch, als der Tischschiedsrichter eine gelbe sowie kurze Zeit später eine gelb-rote Karte gegen Dickhardt zeigte, was sogar einen Punktabzug für den Hilpoltsteiner bei knappem Spielstand zur Folge hatte. Der Passauer behielt in der aufgeheizten Stimmung aber stets kühlen Kopf und schenkte sogar den nächsten Punkt fair ab, was der Hilpoltsteiner Anhang mit einem kräftigen Applaus honorierte. Am Ende belohnte sich der junge Pole nach großartiger Leistung in vier Sätzen und lässt die Fortunen weiterhin vom neugesteckten Ziel Meisterschaft träumen.
Entsprechend positiv äußerte sich auch Coach Stefan Weikert: „Ein Kompliment an die gesamte Mannschaft, welche große Leidenschaft und sehr großen Willen in diesem Hexenkessel gezeigt hat. Mannschaftskapitän Tomislav Kolarek füllt als ehemaliger kroatischer Nationalspieler in seiner dritten Saison für die Fortuna mit seiner langjährigen Erfahrung die Rolle als Führungsspieler immer besser aus. Auch in den Doppeln hat es endlich wieder einmal besser geklappt und der Aufstellungspoker hat sich ausgezahlt. Matchwinner war sicherlich Jakub Folwarski, der heute Nerven wie Drahtseile hatte und so manche brenzlige Situation in stoischer Ruhe überstand. In dieser Form ist uns auch gegen die Kölner Geißböcke nicht bange.“
Ergebnisse:
Reitspies/Dickhardt – Grebnev/Kolarek 11:9, 6:11, 8:11, 11:7, 9:11; Flemming/Sanchi – Juzbasic/Folwarski 11:9, 4:11, 5:11, 9:11; Reitspies – Kolarek 11:6, 14:16, 12:10, 13:15, 2:11; Flemming – Grebnev 11:8, 11:7, 7:11, 11:8; Sanchi – Folwarski 11:4, 10:12, 4:11, 5:11; Dickhardt – Juzbasic 9:11, 6:11, 12:10, 11:9, 11:5; Reitspies – Grebnev 10:12, 6:11, 11:2, 8:11; Flemming – Kolarek 11:7, 3:11, 11:1, 11:9; Sanchi – Juzbasic 11:3, 11:4, 5:11, 13:11; Dickhardt – Folwarski 5:11, 11:5, 14:16, 6:11
Manfred Hirschenauer