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Aktuelle Meldung vom 13.04.2025
Eine weitere Galavorstellung bot Zweitligist TTC Fortuna Passau beim Saisonfinale im bayerischen Traditionsderby mit einem harterkämpften 6:3-Erfolg gegen keinen Geringeren als den amtierenden Meister TV Hilpoltstein (28:8). Die Niederbayern blicken damit auf eine sehr erfolgreich verlaufene Spielzeit zurück, in der die Rekorde purzelten: Bereits Anfang März und damit sehr frühzeitig stand die Qualifikation für die 25. Spielzeit im nationalen Bundesliga-Unterhaus fest, zudem steht für den „Zweitliga-Dino“ mit Rang Drei (23:13) in der Endabrechnung die bisher höchste Platzierung in der mittlerweile zehnjährigen eingleisigen 2. Bundesliga zu Buche.
Einen optimalen Auftakt nur hauchdünn verpassten die Fortunen in den beiden Eingangsdoppeln. Schnörkellos und dominant präsentierte sich dabei das Passauer Spitzendoppel Yuki Matsuyama/Viktor Yefimov beim überraschend klaren 3:0-Erfolg gegen das Gäste-Duo Petr Fedotov/Alexander Flemming. Ebenfalls lange Zeit lief alles nach Plan am zweiten Spieltisch für das schweizerisch-irische Duo Elia Schmid/Owen Cathcart gegen das ligaweit bilanzstärkste Doppel Juan Perez und Matthias Danzer. Eine taktisch klug gewählte Auszeit Mitte des dritten Satzes leitete jedoch die Wende zu Gunsten der Burgstädter ein, welche damit einen schnellen 2:0-Satzrückstand umzubiegen wussten und für das 1:1 sorgten.
Einmal mehr in blendender Spiellaune präsentierte sich Nippon-Ass Matsuyama. Mit einem klaren 3:0-Erfolg hielt er den spanischen Nationalspieler Juan Perez jederzeit gekonnt in Schach. Einen weiteren Nadelstich setzte im zweiten Spitzeneinzel Passaus ukrainischer Teamkapitän Yefimov gegen den ehemaligen russischen U21-Meister Petr Fedotov, den er in einem Kampf auf Biegen und Brechen mit dem knappsten aller Ergebnisse hauchdünn im Entscheidungssatz niederrang. Die Burgstädter ließen sich aber in Person des amtierenden bayerischen Einzelmeisters und ehemaligen Junioren-Nationalspielers Danzer keinesfalls den Schneid abkaufen. Zu oft hatte der gebürtige Bad Schwabacher die passende Antwort auf das ausgefuchste Blockspiel des Wahl-Zürchers Schmid parat und brachte seine Mannen in einem hochklassigen Match wieder auf 2:3 heran.
Mit langanhaltendem Szenenapplaus der wieder einmal zahlreich erschienenen Zuschauer wurde der irische Nationalspieler Cathcart am Ende des letzten Einzels des ersten Durchganges gegen den sächsischen Dauerbrenner Flemming bedacht. Der dienstälteste Akteur in Reihen des TV Hilpoltstein rettete sich zwar noch in den Decider. Der wie entfesselt aufspielende Passauer Iren agierte dort aber fast fehlerfrei und holte somit nervenstark das entscheidende 4:2-Break für die Dreiflüssestädter.
Den letzten Gäste-Zähler erkämpfte im japanisch-russischen Duell der St. Petersburger Fedotov in einer leidenschaftlich geführten Partie gegen Passaus asiatischen Wirbelwind Matsuyama. Nahtlos an seine Leistung im Auftakteinzel knüpfte Teamkapitän Yefimov in der Partie gegen den spanischen Matador Perez an. Ohne Satzverlust ging dieser Zähler über den Passauer Tresen, so dass es nun am Eidgenossen Schmid lag, der neun Partien währenden Siegesserie des mittelfränkischen Dauerrivalen ein jähes Ende zu bereiten.
Kommt Zeit, kommt Rat: Der zweifache nationale Einzelmeister behielt im Passauer Hexenkessel einmal mehr kühlen Kopf und spulte gegen Routinier Flemming präzise und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk sein Programm herunter. Nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit beschloss der aus dem Berner Oberland stammende Schmid damit eine Spielzeit, an deren Ende mit Rang Drei die kühnsten Erwartungen im Lager der Fortunen bei weitem übertroffen wurden.
Voll des Lobes äußerte sich der 1. Vorsitzende Thomas Saller: „Das heutige Spiel gegen den Zweitliga-Meister TV Hilpoltstein, dem ich herzlich zum verdienten Titel gratulieren darf, ist ein Spiegelbild der gesamten Saison. Nach nun einigen Jahren des Zitterns um den Klassenerhalt liegt eine der erfolgreichsten Zweitliga-Spielzeiten mit vielen Höhepunkten, heute einem davon, hinter uns. Unser Aushängeschild hatte auch einige bange Momente zu überstehen, in denen es mit großem Zusammenhalt und unbändigem Teamspirit so manche gefährliche Klippe gekonnt zu umschiffen wusste - wohl in einer ersten Nachschau eine der Erfolgsgeheimnisse für eine rundum gelungene 24. Zweitliga-Spielzeit. Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, die so leider nicht zusammenbleibt.“
Mit dem japanischen Ausnahmekönner Yuki Matsuyama sowie dem Iren Owen Cathcart (Ziel unbekannt) werden zwei Leistungsträger nach nur einjährigem Gastspiel ihre Zelte in der Dreiflüssestadt abbrechen. Der asiatische Publikumsliebling wird zukünftig in der 1. französischen Liga (Pro A) für den Verein Chartres ASST auf Punktejagd gehen. Auch auf der Trainerbank wird es zu einer Veränderung kommen. Nach fünf Jahren sehr erfolgreichen Wirkens, davon ein Jahr als Head-Coach des Zweitliga-Teams, kehrt der sympathische Slowake Martin Jancovic zu seinem Heimatverein und Oberliga-Absteiger SV Haiming zurück. Nach viermonatiger Sommerpause geht es für die Fortunen Ende August mit der Vorrunde zu den deutschen Pokalmeisterschaften weiter.
Einzelbilanzen: Matsuyama (23:10), Yefimov (16:17), Schmid (17:12), Cathcart (10:16)
TTC Fortuna Passau – TV Hilpoltstein 6:3
Schmid/Cathcart – Perez/Danzer 11:5, 12:10, 6:11, 8:11, 5:11
Matsuyama/Yefimov – Fedotov/Flemming 11:8, 11:6, 11:8
Matsuyama – Perez 11:8, 11:9, 11:2
Yefimov – Fedotov 9:11, 11:8, 11:8, 7:11, 11:9
Schmid – Danzer 11:13, 7:11, 11:8, 9:11
Cathcart – Flemming 4:11, 11:8, 11:6, 9:11, 11:6
Matsuyama – Fedotov 3:11, 12:10, 8:11, 7:11
Yefimov – Perez 11:7, 11:8, 11:9
Schmid – Flemming 11:3, 9:11, 11:7, 11:4
Manfred Hirschenauer